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Digitalisierung & Reposition von 2,5-D-Putzfragmenten mit römischer Wandmalerei („DigiGlue“)

Aufbewahrung römischer Wandputzfragmente im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim
Aufbewahrung der römischen Wandputzfragmente im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim © MusterFabrik Berlin

Auf deutscher Seite des Europäischen Kulturparks Bliesbruck-Reinheim (Saarland) wurden in den vergangenen Jahren etwa 12.000 Fragmente verschiedenfarbig bemalten römischen Wandputzes gefunden. Die Fragmente sind sehr gut erhalten und lassen eine komplexe Dekoration erahnen.

Nach einem im Sommer 2018 mit dem Saarländischen Ministerium für Kultur, dem Landesdenkmalamt (LDA) des Landes Saarland sowie dem Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK gemeinsam durchgeführten Vor-Ort-Termin, wurde die MusterFabrik Berlin Ende 2019 vom Landesdenkmalamt Saarland mit der Entwicklung eines prototypischen Systems zur Digitalisierung und zum virtuellen Puzzeln der Putzfragmente beauftragt. Die Zielsetzungen dieses auf 18 Monate ausgelegten Projekts bestehen in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IPK im Aufbau eines 2,5-D-Scansystems zum doppelseitigen Scan der Fragmente sowie in der Entwicklung eines computergestützten Assistenzsystems zum digitalen Handling und zur interaktiven digitalen Reposition von 2,5-D-Objekten.

Fragmente mit römischer Wandmalerei
Fragmente mit römischer Wandmalerei aus dem Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim © MusterFabrik Berlin

Die Systementwicklung basiert auf einem von der MusterFabrik Berlin entwickelten Prototyp zur Digitalisierung und Reposition von Glasmosaikfragmenten: durch Aufnahme der planen motivbehafteten Vorderseiten in 2-D sowie der Tiefeninformation der Rückseiten in 3-D wird die Problemstellung auf ein 2-D-Puzzle unter Berücksichtigung der Tiefeninformation der Fragmente reduziert und damit das hohe Datenvolumen eines vollen 3-D-Scans vermieden. Die Aufnahmen von Vorder- und Rückseite erfolgen materialschonend in einem Scandurchgang ohne Drehung der Fragmente, damit das fragile und brüchige Scangut nicht (weiter) beschädigt wird.

Derzeit befinden sich in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt Saarland die einzelnen Baugruppen des 2,5-D-Scanners im Aufbau und einzelne Benutzeroberflächen des Assistenzsystems in der Entwicklung. Das prototypische Gesamtsystem soll im Herbst 2021 im Saarland in Betrieb gehen.

Motiv- und Putzbereich der Vorderseite sowie Höhenkarte eines 2,5-D-Scans
Motiv- und Putzbereich der Vorderseite (links) sowie Höhenkarte (rechts) eines 2,5-D-Scans © MusterFabrik Berlin

Weitere Informationen zum Projekt „Digitale Reposition römischer Wandmalereien“ sind hier zu finden:


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