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Metainformationen

Metainformationen sind ein zentraler Bestandteil im Umgang mit Kulturgütern. Sie dienen in Archiven, Bibliotheken und Museen u.a. der Verzeichnung von Objekten, Konvoluten oder Sammlungen. In der Archäologie können Metainformationen bei der Bergung zufällig durchmischter Bruchstücke beispielsweise Aufschluss über die Fundsituation oder den physischen Zustand der geborgenen Objekte geben. Eine nachhaltige digitale Sicherung, Konservierung oder Wiederherstellung von Kulturgütern setzt voraus, dass neben der bloßen Bildaufnahme auch alle relevanten Metainformationen von Objekten digital erfasst und in Form von Metadaten mit den Bildern verknüpft und anwendungsbezogen weiterverarbeitet werden.

Metadatenschnittstellen in unseren automatisierten Scan- und Assistenzsystemen

Die von der MusterFabrik Berlin entwickelten automatisierten Scan- und Assistenzsysteme bieten flexible und für vielfältige Problemstellungen adaptierbare Schnittstellen zur Integration von Metadaten in den Gesamtprozess des digitalen Handlings von Kulturgütern.

„Metadatenrucksack“ (Auszug) eines Digitalisats
© MusterFabrik Berlin

Mit Hilfe unserer Scanner-Steuerungssoftware können aufgabenspezifisch beliebig komplexe Metadatenstrukturen implementiert werden. Die Metadaten können dabei gezielt für einzelne Objekte oder en bloc für ausgewählte Konvolute vergeben werden. Auch Mischformen sind möglich, bei denen beispielsweise übergeordnete Metadaten eines ganzen Konvoluts vor dessen Digitalisierung automatisch importiert und spezifische Metadaten einzelner Objekte des Konvoluts dann erst während oder nach der Digitalisierung interaktiv gesetzt werden.

Mit Hilfe unserer automatisierten Assistenzsysteme können analog dazu ebenfalls beliebig komplexe Metadatenstrukturen definiert und beim Import der Digitalisate automatisch mit Werten befüllt werden. Diese Metadaten haften den „digitalen Zwillingen“ der Originale aus der „realen Welt“ dann im Gesamtprozess des digitalen Handlings an und können beim Export von Zwischen- oder Endergebnissen der digitalen Verarbeitung wieder in die „reale Welt“ rückübertragen werden.

„Metadatenrucksack“

Unser Metadatenkonzept geht jedoch über diesen statischen Transfer hinaus. In unseren automatisierten Systemen werden alle relevanten Eigenschaften und Merkmale der digitalisierten Objekte als Metadaten interpretiert. Bildlich gesehen handelt es sich dabei um „Datenrucksäcke“, die bei der Digitalisierung angelegt und initial befüllt werden. Beim Import der digitalen Zwillinge in die Assistenzsysteme werden diese Datenrucksäcke dann automatisch übernommen und im Folgeprozess weiter mit Daten angereichert. Dies geschieht abhängig vom vorliegenden Anwendungsfall entweder interaktiv oder automatisch, indem die Datenrucksäcke um automatisch berechnete charakteristische Merkmale der einzelnen Objekte ergänz werden.

Am Prozessende steht dann beim Datenexport deutlich mehr Metainformation für eine nachfolgende Analyse und Weiterverarbeitung der digitalen Ergebnisse in der „realen Welt“ zur Verfügung, als den Objekten zu Prozessbeginn bei der Digitalisierung mitgegeben wurde bzw. im Fall von fragmentierten Objekten überhaupt mitgegeben werden konnte.

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