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Digitale Rekonstruktion der „Kölner Fragmente“

Am 03. März 2009 stürzte das Gebäude des Historischen Archivs der Stadt Köln (HAStK) ein, nachdem im Vorfeld der Boden unter dem Archivgebäude in den Bereich einer U-Bahn-Baustelle abgesackt war. Es entstand ein erheblicher kultureller Verlust: ca. 18.000 lfm („laufende Meter“) historischer Dokumente und Archivalien aus etwa 1.000 Jahren wurden unter den Trümmern begraben und dabei teils erheblich deformiert, zerfetzt und verdreckt. Die Fragmentmenge und deren Beschädigungsgrad machen eine umfassende manuelle Rekonstruktion des zerfetzten Archivguts unmöglich.

Luftbilder des eingestürzten Kölner Archivgebäudes
Luftaufnahme des eingestürzten Archivgebäudes
© Stadt Köln, Foto: www.aerophoto.de
Sammlung des durch den Einsturz des Kölner Archivgebäudes fragmentierten Archivguts
Durch den Einsturz des Archivgebäudes fragmentiertes Archivgut © HAStK

Entwicklung eines Gesamtsystems zur digitalen Wiederherstellung

Digitalisiertes Fragment des Historischen Archivs der Stadt Köln
Digitalisiertes Fragment des Historischen Archivs der Stadt Köln
© MusterFabrik Berlin

Noch im selben Jahr begann das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK mit der Durchführung einer Machbarkeitsstudie zur rekonstruktionstauglichen Digitalisierung der „Kölner Fragmente“. Aufbauend auf dem positiven Studienergebnis wurde die MusterFabrik Berlin im Jahr 2012 von der Stadt Köln mit der Entwicklung eines Gesamtkonzepts zur digitalen Wiederherstellung der beschädigten Archivgüter und schließlich im September 2017 mit der Entwicklung eines Gesamtsystems zur digitalen Rekonstruktion der „Kölner Fragmente“ beauftragt.

Zielstellungen dieses auf insgesamt dreieinhalb Jahre ausgelegten Projekts waren die Entwicklung einer automatisierten Digitalisierungseinheit sowie die Implementierung und Inbetriebnahme eines computerbasierten Assistenzsystems, mit dessen Hilfe zunächst eine Menge von etwa 3-4 Millionen Fragmenten durch die Mitarbeiter des HAStK automatisiert digital rekonstruiert werden soll.

Die automatisierte Digitalisierungseinheit erfasst Vorder- und Rückseite der teils fragilen und mannigfaltig beschädigten Fragmente in einem Scandurchgang und wurde bis Juni 2021 erfolgreich in den Räumlichkeiten des Restaurierungs- und Digitalisierungszentrums (RDZ) des HAStK in Köln betrieben. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden von den Mitarbeitern des RDZ knapp 260.000 Fragmente digitalisiert.

Inbetriebnahme im Neubau des Historischen Archivs

Derzeit findet der Umzug vom RDZ in den im Frühjahr 2021 fertiggestellten Neubau des Historischen Archivs statt. In diesem Zuge wurden im Juni 2021 durch die MusterFabrik Berlin die Serverhardware des Rekonstruktions-Assistenzsystems im Rechenzentrum der Stadt Köln in Chorweiler installiert sowie die Digitalisierungseinheit und die Puzzle-PC-Arbeitsplätze im Archiv-Neubau in Betrieb genommen. Die Anbindung von Digitalisierungseinheit und Puzzle-PCs im Archiv-Neubau an die Rekonstruktionsserver im Rechenzentrum ist dabei durch eine dedizierte Glasfaserverbindung realisiert.

Das Gesamtsystem zur digitalen Rekonstruktion der „Kölner Fragmente“ wird nach Abschluss der Umzugsarbeiten in den Archiv-Neubau voraussichtlich noch Ende 2021 in den produktiven Wirkbetrieb überführt werden.

Rekonstruktionsbeispiel Kölner Fragmente
Rekonstruktionsbeispiel Kölner Fragmente
Rekonstruktionsbeispiel Kölner Fragmente
Übersichtsdarstellung zum automatischen Clustern nach Metadaten
Exemplarische Darstellung des MFB-Rekonstruktions-Assistenzsystems –
Rekonstruktionsbeispiele (oben) & Übersichtsdarstellung zum automatischen Clustern nach Metadaten (unten) © MusterFabrik Berlin

Weitere Informationen zum Projekt der digitalen Rekonstruktion der „Kölner Fragmente“


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